Andrew Root: Dietrich Bonhoeffer und die Jugendarbeit

Jesus nachfolgen und gemeinsam leben
Hrsg. von Judith Hildebrandt und Andreas Jägers

Dietrich Bonhoeffers Leben war stark geprägt von seinem Engagement für junge Menschen ob als ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Sonntagsschule oder Leiter von Konfirmandengruppen. Bonhoeffer lebte vor, was es bedeutet, "ganz für andere da zu sein". Andrew Root stellt diese bisher wenig beachtete Facette von Dietrich Bonhoeffers Wirken vor. 

 

 

 

 

Er zeigt eindrücklich, wie Bonhoeffers Erfahrungen in der Jugendarbeit seine Theologie und sein Verständnis von Gemeinschaft bestimmten. Nicht nur diejenigen, die Bonhoeffer besser verstehen möchten sondern vor allem auch diejenigen, die heute über die theologische und geistliche Grundlage ihrer christlichen Jugendarbeit nachdenken, finden in Bonhoeffers Gedanken wertvolle Inspiration.

 

Prof. Dr. Andrew Root (*1974) ist Inhaber des Lehrstuhls für christliche Jugendarbeit am Luther Seminary in St. Paul, Minnesota (USA). Er ist gegenwärtig einer der bekanntesten amerikanischen Praktischen Theologen und (einer) der weltweit führenden Wissenschaftler zum Thema der christlichen Jugendendarbeit. Er steht für eine „theologische Wende in der christlichen Jugendarbeit“, die den Blick für das gegenwärtige Handeln Gottes unter jungen Menschen schärfen soll. 

 

Die deutschen Herausgeber:  

Judith Hildebrandt (Jahrgang 1971) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FTH Gießen, 

Andreas Jägers (Jahrgang 1978) an der IH Liebenzell. Beide unterrichten Jugendarbeit. 

 

Leserstimmen:

 

Bonhoeffer als Jugendmitarbeiter? Was man von ihm lernen kann

 

Der lutherische Prof. Dr. Andrew Root beleuchtet eine eher unterbelichtete Seite im Leben D. Bonhoeffers: Sein Einsatz in der kirchlichen Jugendarbeit.

 

Root vertritt in seinen Veröffentlichungen einen „theological turn“ in der christlichen Jugendarbeit. Das Ziel von chr. Jugendarbeit ist laut Root den Blick der Jugendlichen für das gegenwärtige Handeln Gottes in ihrem Leben zu schärfen und so gemeinsam mit ihnen Antworten auf ihre Fragen zu finden. Darin sieht Root Bonhoeffer als Vorfahren des „theological turn".

 

Im ersten Teil zeigt Root durch einen biographischen Streifzug, wie sein Dienst an und für die Jugendlichen, meist Konfirmanden, ein roter Faden im Leben Bonhoeffers war. Gerade die Zeit mit Kindern und Jugendlichen habe sein theologisches Denken stark geprägt, so die aufschlussreiche These von Root. Dies macht er sowohl beispielhaft an Bonhoeffers Dissertation (Sanctorum communio) als auch Habilitation (Akt und Sein) deutlich.

 

Im zweiten, kürzeren Teil des Buches versucht Root die bekannten Bücher „Nachfolge“ und „Gemeinsam Leben“ in die kirchliche Jugendarbeit der Gegenwart zu übertragen. In diesem Zuge macht sich Root in Anlehnung an Bonhoeffer für Freundschaft, Gebet, Zeugnis geben und der evangelischen Beichte in der Jugendarbeit stark. Am Ende des Buches hätte ich mir noch ein Fazit gewünscht, welches Inhalte aus beiden Teilen bündelt und ins Gespräch miteinander bringt. So wirkt das Ende etwas plötzlich.

 

Root gelingt es Bonhoeffers Leben und Werke für die Jugendarbeit fruchtbar zu machen, auch wenn die Lektüre manchmal einiges an Denkarbeit erfordert. Jugendliche anzuleiten ihr Leben an Jesus hinzugeben und für ein vertrauensvolles Leben mit diesem Jesus einzuladen ist dabei das wichtige Ziel.

 

Das Buch eignet sich sowohl für Bonhoeffer-Kenner als auch Neulinge. Besonders sei es jedem ans Herz gelegt, der mit Jugendlichen im kirchlichen Bereich gemeinsam unterwegs ist und gerne theologisch reflektiert.

 

Fabian Umbach am 01.12.25

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